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Jul 14, 2026, 10:00 AM
Arbeitsbelastungsstudien in der Housekeeping-Abteilung sind in Spaniens wichtigsten Touristenzielen keine Empfehlung mehr, sondern eine gesetzliche Pflicht.
Die Balearen und die Kanaren, zwei der Regionen mit dem größten Hotelgewicht des Landes, haben dies auf unterschiedlichen Wegen geregelt, aber mit demselben Ziel: Die Schicht der Zimmermädchen soll nach objektiven Kriterien geplant werden.
Auf den Balearen verpflichtet der Tarifvertrag des Gastgewerbes die Hotels, diese Studien bis 2028 durchzuführen und der Gewerkschaftsvertretung vorzulegen. Auf den Kanaren gilt eine doppelte Regelung: Der Tarifvertrag von Teneriffa schreibt dies bereits seit 2018 vor, und die Änderung des Tourismusgesetzes vom April 2026 hat dies auf den gesamten Archipel ausgeweitet und verpflichtende vierteljährliche Überprüfungen durch den Ausschuss für Sicherheit und Gesundheit jedes Unternehmens hinzugefügt.
Die Forderung kommt nicht von ungefähr. Zimmermädchen weisen historisch eine der höchsten Raten an Arbeitsunfähigkeit und Muskel-Skelett-Erkrankungen im Dienstleistungssektor auf. 2023 wurden 4.364 Arbeitsunfälle mit Krankschreibung im Beherbergungssektor der Kanaren registriert, fast alle leicht, aber Schicht für Schicht kumuliert.
In beiden Regionen kann die Nichteinhaltung dieser Studien zudem Sanktionen nach dem Gesetz zur Verhütung von Arbeitsrisiken nach sich ziehen, was das Thema zu einem rechtlichen und nicht nur arbeitsrechtlichen Risiko macht.
Eine Arbeitsbelastungsstudie ist eine formale Analyse, die den tatsächlichen Aufwand einer Schicht eines Zimmermädchens misst. Sie berücksichtigt Variablen wie die Anzahl der zugewiesenen Zimmer, den Zimmertyp, den Status jedes Zimmers (Abreise, Anreise oder belegt), zusätzliche erforderliche Aufgaben und Wege zwischen Etagen oder Bereichen.
Der Tarifvertrag des Gastgewerbes der Balearen legt fest, dass Hotels diese Studien durchführen und der Gewerkschaftsvertretung zur Verfügung stellen müssen. Der Grund ist klar: Die Arbeit in der Housekeeping-Abteilung ist körperlich sehr fordernd, und eine Verteilung ohne objektive Kriterien führt zu angesammelten Überlastungen, die mit der Zeit zu Krankschreibungen, Muskel-Skelett-Erkrankungen und Personalfluktuation führen.
Diese Studien nicht durchzuführen, ist nicht nur ein Verstoß gegen den Tarifvertrag, sondern auch ein rechtliches Risiko im Bereich der Arbeitsrisikoprävention.
Housekeeping-Personal bei der Arbeit in einem Hotelzimmer.
Dies ist eine der weitverbreitetsten – und schädlichsten – Annahmen der Branche. Eine Verteilung nach Zimmeranzahl entspricht nicht einer gleichmäßigen Arbeitsverteilung.
Die tatsächliche Arbeitsbelastung unterscheidet sich erheblich je nach Eigenschaften jedes Zimmers, sodass die Zimmeranzahl allein den Aufwand nicht widerspiegelt. Eine Abreisereinigung erfordert beispielsweise deutlich mehr Aufwand als eine tägliche Zwischenreinigung. Auch die Belegung wirkt sich direkt aus: Ein mit 3 Personen belegtes Standardzimmer ist nicht mit einem mit 2 Personen belegten vergleichbar.
Werden also einem Zimmermädchen fünf Abreisezimmer und einem anderen fünf Zimmer mit täglicher Reinigung zugewiesen, haben beide zwar dieselbe Zimmeranzahl, die tatsächliche körperliche Belastung ist jedoch völlig unterschiedlich.
Hinzu kommt, dass nicht jede Schicht gleich ist. In der Hochsaison steigt der Druck erheblich: mehr Zimmerwechsel, höhere Nachfrage nach Amenities und strengere Kontrollen. Besonders in "Sonne-und-Strand"-Hotels ändert sich die Arbeitsbelastung im Sommer deutlich, etwa durch Sand auf den Terrassen und längere Reinigungszeiten. Ohne ein System, das diese Komplexität erfasst und verteilt, erfolgt die Verteilung nach Gefühl – mit entsprechendem Verschleiß im Team.
Die Punkte- oder Zeitzuteilung ist ein Planungssystem, das die Komplexität jedes Zimmers in einen numerischen Wert übersetzt. Das konkrete Kriterium – Punkte, Zeit, Credits oder eine andere gleichwertige Einheit – wird je nach den Bedürfnissen des jeweiligen Hotels festgelegt. Jede Aufgabe wird nach objektiven Kriterien bewertet:
- Zimmertyp: abhängig von Größe und Eigenschaften jedes Zimmertyps.
- Status: eine Abreisereinigung erhält mehr Punkte als eine tägliche Zwischenreinigung.
- Zusätzliche Aufgaben: ein Kinderbett aufstellen, spezielle Amenities auffüllen oder ein VIP-Zimmer vorbereiten ergeben zusätzliche Punkte.
- Logistische Faktoren: in einigen Modellen wird auch der Weg zwischen Zimmern oder Etagen berücksichtigt.
Das Ergebnis: Die Arbeitsverteilung erfolgt nicht nach Zimmeranzahl, sondern nach tatsächlicher Arbeitsbelastung. Legt die Gouvernante fest, dass eine Schicht einem bestimmten Schwellenwert entspricht (z. B. 450 Punkte oder das Zeitäquivalent), verteilt sie die Zimmer so, dass jedes Zimmermädchen ausgewogen diesen Schwellenwert erreicht.
Die wirksame Einführung der Punkte- oder Zeitzuteilung erfordert vor allem die Festlegung hotelspezifischer Bewertungskriterien und aktuelle Informationen zum Zimmerstatus. Dieses System funktioniert ebenso gut auf Papier oder in einer Excel-Tabelle wie mit einem digitalen Werkzeug: Entscheidend ist, dass das Kriterium objektiv ist und konsequent angewendet wird – nicht das Medium, mit dem es verwaltet wird.
Ein digitales Werkzeug ersetzt dieses Kriterium nicht, erleichtert aber die tägliche Anwendung: Es beschleunigt die Verteilung, reduziert den Verwaltungsaufwand und hinterlässt eine automatische Aufzeichnung jeder Schicht.
In Hotels, die das Housekeeping-Modul von EISI HOTEL nutzen, ist dieser Prozess in den täglichen Betrieb integriert. Der EISI-HOTEL-Berater konfiguriert anhand der erhaltenen Daten die Bewertungswerte nach den Standards des Hauses, und die Gouvernante weist Zimmer zu und verwaltet sie über ein Ampelsystem, um zu prüfen, ob die Zuteilung optimal und die Verteilung gerecht ist.
Die Zimmermädchen erhalten ihre Tageszuteilung direkt auf dem Mobilgerät, mit nach Zonen geordneten Zimmern und klaren Anweisungen für jedes Zimmer. Bei kurzfristigen Änderungen (früherer Checkout, Sonderwunsch) kann die Gouvernante direkt über das System neu zuteilen, ohne Anrufe oder Papierkram.

Ausschnitt aus dem Housekeeping-Modul von EISI HOTEL
Hotels, die eine Verteilung auf Basis der tatsächlichen Arbeitsbelastung anwenden – ob auf Papier oder mit digitalem Werkzeug – berichten von Verbesserungen an mehreren Fronten. Bei zusätzlicher Digitalisierung verstärken sich diese Vorteile:
Für das operative Team (Zimmermädchen):
- Garantierte Arbeitsgerechtigkeit: Die Punkte- oder Zeitzuteilung gewährleistet eine faire Verteilung und ausgewogene Steuerung der Arbeitsbelastung, unabhängig vom verwendeten Medium.
- Klarheit ab Schichtbeginn: Jedes Zimmermädchen kennt seine Arbeit anhand expliziter Kriterien, nicht durch informelle Zuteilung. Mit digitalem Werkzeug ist dieser Zugang zudem sofort über das Mobilgerät verfügbar, ohne Leerlaufzeiten oder Papierlisten.
- Bidirektionale Kommunikation in Echtzeit: mit digitalem Werkzeug sofortiger Erhalt prioritärer Updates (Statusänderungen, unerwartete Abreisen oder VIP-Wünsche) ohne unnötige Wege oder störende Funkgespräche.
Für Leitung und Aufsicht (Gouvernanten und mittleres Management):
- 360°-Kontrolle und Transparenz: Echtzeit-Überwachung des Reinigungsfortschritts und des Verfügbarkeitsstatus jedes Zimmers.
- Dynamische Umstrukturierung: Flexibilität, Aufgaben bei jedem unvorhergesehenen Ereignis (späte Check-outs, technische Störungen) zentral neu zuzuteilen, ohne den Arbeitsablauf des Teams zu unterbrechen.
- Rückverfolgbarkeit und Datenanalyse: automatische Aufzeichnung der Historie von Zeiten, Aufgaben und Vorfällen. Diese analytische Basis vereinfacht die Erstellung und spätere Einhaltung der tarifvertraglich geforderten Arbeitsbelastungsstudie.
Für die Hotelleitung:
- Optimierte Time-to-Room: minimiert die Wartezeit der Gäste an der Rezeption dank Synchronisation zwischen Housekeeping und Rezeption und beschleunigt die Bereitstellung fertiger Zimmer.
- Automatisierte Synergie zwischen Abteilungen: native Integration der Kommunikation zwischen Housekeeping-, Rezeptions- und Technikteams, wodurch Störungen schneller behoben werden.
- Minderung des rechtlichen und arbeitsrechtlichen Risikos: umfassende, objektive Dokumentation für Arbeitsinspektionen oder Audits zur Arbeitsrisikoprävention, die das Hotel vor möglichen Sanktionen schützt.
Genau hier bringt die Digitalisierung langfristig den größten Mehrwert. Wird die Planung der Housekeeping-Abteilung über eine digitale Plattform gesteuert, hinterlässt jede Schicht eine Aufzeichnung: welche Zimmer zugeteilt wurden, wie viele Punkte oder wie viel Zeit jede Zuteilung ausmachte, wie lange jede Aufgabe dauerte, welche Vorfälle auftraten.
Diese Aufzeichnungen sind das Rohmaterial für eine Arbeitsbelastungsstudie. Statt die Information von Grund auf neu zu erstellen, verfügt das Hotel bereits über reale, während der Saison gesammelte Daten, die in den vom Tarifvertrag geforderten Bericht strukturiert werden können.
Ein System wie EISI HOTEL erstellt den normativen Bericht nicht automatisch – dieser Prozess erfordert menschliches Urteilsvermögen und Kenntnis des Arbeitskontexts jedes Hauses –, und automatisiert auch nicht die tägliche Aufgabenverteilung, erleichtert und beschleunigt aber deren konsequente Anwendung gemäß den in dieser Studie festgelegten Parametern und dem Punkte- oder Zeitsystem.
Die Forderung verschiedener Gruppen auf den Balearen ist kein Angriff auf die Hoteliers. Sie ist eine Erinnerung daran, dass das Managementmodell der Housekeeping-Abteilung in vielen Hotels seit Jahrzehnten nicht aktualisiert wurde. Die Saison verlängert sich, Aufenthalte werden kürzer, Reinigungsstandards steigen und die Personalgewinnung wird immer schwieriger. All das mit Papierlisten oder informellen Kriterien zu steuern, hat Kosten, die nicht immer in der Bilanz erscheinen – wohl aber bei Krankschreibungen, Personalfluktuation und Servicequalität.
Auf eine gerechtere und transparentere Steuerung der Arbeit in der Housekeeping-Abteilung zu setzen, ist nicht nur eine gesetzliche Pflicht. Es ist auch eine unternehmerische Entscheidung: Teams, die mit klaren Kriterien arbeiten, leisten mehr, bleiben länger und bieten einen konsistenteren Service.
Mehr zur Rolle des Housekeeping bei Gästeerlebnis und Hotelmarke finden Sie in Die Bedeutung der Housekeeping-Abteilung im Hotel.
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